Unser nächster Trip ging durch das Death Valley. Als erstes mal voll getankt und etwas Wasser auf Vorrat besorgt und dann ab von Las Vegas ins Death Valley. Totale Hitze und absolute Trostlosigkeit bekamen wir zu sehen. Die einsame Straße führt durch die Trostlosigkeit mit sanften Buckeln. Die Schilder warnen vor diesen "dips", wie finden sie allerdings irgendwie witzig, es ergibt sich ein Gefühl wie Achterbahnfahren. Schwarze und andersartig eingefärbte Berge säumen das Tal. Nach einiger Zeit erreichen wir Bad Water, den niedrigsten Punkt in den USA. 86 Meter unter dem Meeresspiegel und doch kein Wasser, das heißt, eine bessere Pfütze mit ungenießbarem etwas gibt es hier schon. Das ganze umrahmt von einem riesigen Salzfeld, welches bis zum Horizont reicht. Dann nehmen wir den Weg über den Artist Drive, um uns das Death Valley auch mal von oben ansehen zu können und haben damit auch die interessantere Strecke erwischt, ein paar Kurven sind hier doch etwas Abwechslung. Die Sonne brennt, als wir in der Oase Furnance Creek ankommen. In dem Lebensmittelladen herrschen angenehme 28 Grad Celsius und fangen bald das Frösteln an. In der Nähe des Visitorcenters befindet sich noch eine alte Boraxmine. Borax war der eigentliche Schatz des Death Valley und wurde hier in der unmenschlichen Hitze abgebaut. Das Zeug wird zur Waschmittelherstellung verwendet. Gold gab es auch im D.V., was man an den zahlreichen verlassenen Minen erkennen kann. Nach dem wir es im Prinzip sehr unmenschlich finden, verwerfen wir unseren Plan zu Zelten und fahren durch bis nach Bishop.  Zwischendurch besichtigen wir kurz hinter D.V. die Ruinen der Geisterstadt Rhyolite. (Da wo diese Geisterfiguren stehen, mit Fahrrad und so)
 (Info Rhyolite) Death Valley N.P.  (Death Valley N.P.) Bilder dazu

Mono Lake/Bodie

Von Bishop geht's nach Lee Vining. Lee Vining liegt am Monolake, ein See der langsam austrocknet und immer mehr versalzt. Grund dafür ist die enorme Wasserentnahme aus den umliegenden Flüssen und Gebirgen für die Großstädte, dadurch hat nun der Monolake keinen eigenen Zufluß mehr. Das besondere am Monolake sind die sogenannten Tufa's. Dies sind Gebilde, die durch Unterwasserquellen entstanden sind. Das Wasser nimmt Mineralien mit und türmt regelrechte Kathedralen auf.  Durch das Sinken des Wasserspiegels des M.L. werden diese Türme am Seerand und im flachem Gewässer sichtbar. Da M.L. in einem vulkanischen Gebiet liegt, gibt es hier auch sprudelnde Quellen und Gebirge aus schwarzem Vulkangestein. Eine weitere Besonderheit sind kleine Fliegen, die hier in solchen Massen auftreten, das Zugvögel jährlich hier landen, um einfach mit offenem Schnabel die Fliegen zu naschen. Da die Fliegenschwärme im Frühjahr so dicht sind , müssen die Vögel nur noch schlucken. Die Indianer haben diese Nahrungsquelle im übrigen auch genutzt.

Direkt am Monolake liegt die Geisterstadt Bodie. Wir finden: Immer eine Reise wert. Es handelt sich um eine alte Goldgräberstadt, die jetzt Statepark ist und deshalb zum Teil sehr gut erhalten ist. Mit damals 20.000 Einwohnern war Bodie eine echte Boomtown, in der nur das Recht des Stärkeren galt. Wer zuerst zieht, hat gewonnen. Weitere Highlights waren Prostitution und Glücksspiel. Ein Hauch Outlaw ist heute noch zu spüren, Spielhalle und Leichenkutschen sind noch zu besichtigen.  Irgendwie hört man im Hintergrund immer : Spiel mir das Lied vom Tod.  Oder kommt es mir nur so vor? Bilder dazu
 

Yosemite

Nach einem gemütlichem guten Frühstück mit einer toughen Harleyfahrerin geht's nun über den Tiogapaß in den Yosemite Nationalpark. Hier am Fuße des Passes in Lee Vining treffen sich zahlreiche Motorradfahrer an den Wochenenden. Logisch, wie bei uns im Sauerland, wenn's mal 'ne schöne Strecke gibt. Der Tiogapaß ist wunderschön mit weitem Ausblick auf die Gebirgskette, einem schönen See hoch oben und saftigen Meadows (Wiesen). Das ganze hat schon so ein gewisses Alpenflair. Die Straße an sich ist sehr gut befahrbar. Allerdings ist der Paß im Winter, Spätherbst und im Frühjahr oft noch gesperrt. Auf jeden Fall sollte man warme Kleidung einplanen. Wir hatten Glück und es war Top Wetter und relativ warm.

Kommt man dann im Yosemitetal an, so befindet man sich in einer schönen Alpenwelt mit Wasserfällen und allem, was dazu gehört. Leider auch mit viel zu viel Touristen. Daher gilt es hier das Wochenende und die Ferien zu meiden. Vom Tal aus kann man jede Menge Wanderungen in allen Kategorien unternehmen oder einfach auch nur die Parkstraße entlangschiggern. ACHTUNG die Ranger achten verschärft auf die Einhaltung der Verkehrsregeln. Für den Biker ist sicher noch die Strecke zum Glacierpoint interessant: Eine super Strecke mit schönen Ausblicken und am Ende ein Superblick auf den Half Dome und in das Yosemitetal. Hier gibt es einen über die Felsklippe hervorragenden Stein, der gerade dazu herausfordert, für ein Foto bestiegen zu werden, ich hab mich aber auch nicht so richtig getraut. Dafür gibt's genug Postkarten mit  so 'nem Motiv.

Wer im Yosemite übernachten möchte, kann das mit dem Zelten ziemlich vergessen. Auf Monate im voraus ausgebucht. Nach der Flutkatastrophe im Frühjahr 97 sind die Hälfte der Campingplätze in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Motels im Umkreis von ca. 100 mls sind entweder ausgebucht oder sündhaft teuer. Am besten man fährt am späten Nachmittag so weit weg wie es noch geht und übernachtet an irgendeinem unbekannten Ort. Yosemite N.P. ( Yosemite N.P.) Bilder dazu
 

San Francisco

Auf nach San Francisco. Für den Biker eine eher durchschnittliche Strecke, die dann auch recht schnell bewältigt ist. (Wenn man sich nicht von dem auf dem Weg liegenden Outletstore verführen läßt)

Zu San Francisco könnte man einen eigenen Bericht schreiben, daher will ich mich kurz fassen. Für den Motorradfahrer gilt: Entweder du beherrscht das Spiel mit der Kupplung und dem Bremshebel oder Du hast verspielt. Die Straßen sind irre steil, schlecht einzusehen und dennoch unheimlich toll zu fahren. Halt eben die Straßen von San Francisco. Zu Fuß erkundet man Fisherman´s Warf und mit dem Schiff Alcatraz. Dann noch die Cabelcar testen und feststellen, das nichts über Motorradfahren geht.
Das Motorrad muß man unbedingt noch über die Golden Gate steuern und am Ende noch ein tolles Foto mit Moped schießen. Na klar. Tip: hinter der Golden Gate links den Berg hochfahren, da gibt es 'nen tollen Ausblick auf die Brücke nebst Downtown. Auf dem Rückweg muß man Zoll bezahlen 3 $ oder so, also Kleingeld parat kalten. Sightseeingmäßig ist noch eine Scienictour angesagt, ein 49 mls Scenicdrive beschildert durch die Stadt (lohnt sich). Dieser führt durch den Park und unter anderem auf den Twinpeakhill mit weitreichendem Rundumblick (Besonders im Dunkeln schön). Ansonsten: Shopping, Cafés, Strand und Hardrockcafe` so wie es nun mal in einer Großstadt zugeht. Das Hardrockcafe befindet sich  an der Van Ness Ave.

Goplden Gate N.R.A. ( Golden Gate National Recreation Area)
Bilder S.F.
 

Highway No 1

Von San Francisco aus startet die Traumstraße des europäischen Motorradfahrers überhaupt, der Pacific Coast Highway No. 1. Egal welche Richtung, nach Norden wunderschön und nach Süden auch wunderschön. (Mir gefällt der Norden eigentlich besser, aber da sind wir diesmal nicht langgefahren.)

Zunächst führt der Highway raus aus der Stadt an langen Sandstränden vorbei. Ein Stop lohnt sich auf jeden Fall in Carmel kurz hinter Monterey. Wunderschöner Sandstrand, gute Eßmöglichkeiten. Überhaupt bietet sich Monterey für einen Zwischenstop für den Motorradbadeurlauber mit Sonnenbrandgarantie an. Gute Motels und schöne Kneipen und so.
Nach Monterey folgt dann die Einsamkeit, die Straße geht in sanften und auch in starken Schwingungen an der pazifischen Steilküste entlang. Nach jeder Kurve möchte man zwecks Fotoshooting anhalten. Aber das mindert das Fahrerlebnis. Am besten man fährt die Strecke 2x.....aber die Zeit! Nun ja, super Motorradstrecke, mit ständig neuen Steilküstenhöhepunkten. Das muß man erfahren !!!! Nach 1100 Stops und unendlichen Fotos (mit Moped drauf) richten wir unser Nachtquartier in Morrobay ein. Auch ganz schön, so ein Fischerdorf mit riesigem Fels in der Brandung und Fischerhafen. Leider verunglimpft das Kraftwerk die Atmosphäre etwas. Aber es gibt genug günstige Motels. Danach geht's dann immer noch weiter nach L.A. über Santa Barbara und Malibu Beach (Meist brennt es da ja) In L.A. sorgt der Smog für wunderschöne Sonnenuntergänge.
 Wir biegen kurz vor L.A. links in die Berge ab, um zu einem Motorradtreff zu gelangen, an dem sich auch die ein oder andere Filmgröße blicken lassen soll. Diese Berge wirken trotz der Großstadtnähe unheimlich ländlich, dann und wann stößt man auf eine noble Villa und wunderschöne Serpentinen. Der Mopedtreff ist eine alte Tankstelle im Kaff Cornell, allerdings ist hier nur Sonntags was los, aber die schöne Bergstrecke war doch eine tolle Alternative, um in die Stadt L.A. zu kommen. Hinter den Bergen landet man gleich in Bell Air und Hollywood.

 

L.A.

Da sind wir wieder in L.A. Groß, dreckig, stinkig und nicht gerade motorradfreundlich. Das Vorankommen in LA läßt sich in der Regel nur auf 6 spurigen verstopften Freeway bewerkstelligen. Gott sei dank darf man als Motorradfahrer die Carpoollane verwenden, eine extra für Fahrgemeinschaften freigehaltene Spur für Fahrzeuge mit mindestens 2 Personen.

Zu sehen gibt's im Prinzip Hollywood mit seinen Nobeleinkaufsstätten und Villen. An fast jeder Straßenecke werden Karten mit den Wohnstätten der Prominenz angeboten. Dann kann man mal mit seinem Moped die Einfahrt von Rod Steward oder Elton John zuparken.

Dann wäre da noch Downtown (aber irgendwie traue ich mich nicht das Motorrad irgendwo unbeaufsichtigt abzustellen) mit riesigen Wolkenkratzern. Disneyland für den Motorradfahrer mit Kind oder aber das Kind im Motorradfahrer. Und was echt interessant ist: Die Universal Studios. Da kann wenigstens relativ beruhigt parken. Für Motorradfahrer ist hier nämlich frei parken.

Besondere Motorradstrecken sind mir in LA nicht bekannt und irgendwie auch nicht erforderlich.

Bilder dazu
 

San Diego/Hghw No 1

Nach L.A. ist Richtung Süden zwar noch nicht Schluß mit dem Highway No 1, aber er lohnt sich hier nicht mehr. Ich würde auf jeden Fall den Highway fahren, um zum sonnigen San Diego zu kommen.
Nach einem halben Tag kommt man in San Diego an. Ein Motel bekommt man am besten am Motelcircle am Freeway 8. Schön an San Diego ist meist das garantiert gute Wetter und die Coronadobridge, über die unser Motorrad natürlich auch rollen muß. Auf der Coronadohalbinsel gibt es ein schönes altes Hotel zu sehen und schönen Strand . Ebenso sieht man hier den Yachthafen und man hat einen schönen Blick auf Downtown ( Foto mit Moped obligatorisch).
Downtown selbst lädt mit einer schönen Einkaufspassage namens Horton Plaza ein, da gibt's sogar Mopedparkplätze. Der Bahnhof ist auch ganz schick. Alles in allem ist San Diego noch nicht so groß und dreckig wie andere amerikanische Großstädte.
Sehenswert ist dann auf jeden Fall noch Mission Beach, mit Strandvolleyball und Inlineskatern auf dem Boardwalk. Wellenreiter und ein großer weißer Rollercoaster runden das absolute Californiafeeling ab.

Ja und dann gibt's da noch Seaworld, wo man sich für schlappe 45 $ ansehen kann, wie man Killerwale in der Gefangenschaft quält ( Wer's mag). Bild S.D.
 

Cuyamaca Moutains/Julian

Um den Dreh wieder nach LA zu bekommen wählen wir den Weg durch die Cuyamaca Mountains nach Palm Springs. Diese Berge beherbergen eine schöne Motorradstrecke (Highway No 79). Die berge Grenzen die San Diego Region von der hinterliegenden Wüste ab. Während der Strecke bekommt man auch einen Ausblick auf die unendliche Wüste ( An einer verlassen Radarstation). Der Weg führt durch ein kleines Kaff mit Namen Julien, hier soll am Wochenende auch Motorradmäßig etwas los sein. Die Straße geht dann mit reichlich Kurven weiter und endet irgendwann im Tal in Palm Springs. Hgw79>Hgw371>Hgw74. Das letzte Stück schlängelt sich wunderschön den Wüstenabhang hinunter.
 

Joshua Tree National Park/ Palm Springs

Palm Springs bietet ein mildes Abendklima und eine gute Motelauswahl. Gut für eine Übernachtungspause. Die City bietet so etwas wie ein gewisses Urlaubsflair. Der golfspielende Motorradfahrer würde hier auf seine Kosten kommen (Gibt's sowas überhaupt? Wer einen kennt, sollte mir das mal mailen).

Am nächsten Tag geht es los durch den Joshua Tree National Park. Absolute Wüste, in der ganz speziell diese Joshuabäume wachsen. Als Motorradstrecke ist der Park nicht schlecht und vor allem nicht so viel befahren. Inmitten des Parks bekommt man bizarre Felsbrocken zu sehen, von denen man sich nur schwer vorstellen kann, wie die dahin gekommen sein könnten. Vielen Freeclimbern ist anscheinend egal, sie klettern jedenfalls hier mit Herzenslust herum. Ein Stichweg führt uns zu einem Punkt, von dem man einen gaaaaanz weiten Ausblick in die Wüste bekommt, unten sieht man den riesigen Salton Sea. Ein Salzsee, der durch das Überlaufen des Coloradoriver vor hunderten Jahren entstanden ist. Dort treffen wir auch 2 Mitbürger unserer Nachbarstadt, die so nett waren, unser Zelt schon mal mit nach Germany zu nehmen. Da haben wir dann wieder Platz für Einkäufe.
Wir sehen uns noch den Skullrock an (sieht aus wie ein Totenkopf) und fahren dann über die wellige Straße zurück nach Palm Springs. Am nächsten Morgen geht's ab endgültig nach L.A. Dabei Durchfahren wir hunderte oder gar tausende Windkrafträder bei Palm Springs. Ein starker Anblick. Wir kommen vorbei an ein paar riesigen Dinosauriermodellen, zwischen deren Krallen unsere BMW wie ein Spielzeugmotorrad anmutet.
Ein riesiger Outletstore knüpft uns noch ein paar Dollar ab und wir haben Ruckzuck den Platz von unserem Zelt wieder aufgefüllt. Na ja, es geht ja nun auch zurück. Joshua Tree N.P. ( Joshua Tree N.P.) Bilder
 

L.A. Moped abgeben

So und ab geht's. Den Tank haben wir passend leer gefahren. Dann noch mal mit dem Dampfstrahler übers Gefährt und ab damit zur KLM Cargo. Diesmal zum Export.  Das ist ein anderes Gebäude. Nachdem wir irgendeinen  gefunden hatten, der das Motorrad annimmt, geben wir unsere Frachtpapiere ab und erhalten einen Durchschlag.
Dann kommt noch die Gefahrenguterklärung . Irgendein unfähiger KLM-Typ klebt einen Gefahrengutaufkleber in DIN A5 Größe mitten auf den Lack des linken Integralkoffers.  Idiot! Der Heißluftföhn hat mir zuhause dann beim Abziehen geholfen. Leider können wir beim Verzurren nicht mehr dabei sein. Mit wiedermal einem flauen Gefühl in der Magengegend fahren wir mit dem Free Shuttle zum Flughafen und fliegen Richtung Good Old Germany.

Nach ca. 1 Woche erhalte ich den Anruf, daß die Kiste in Düsseldorf abholbereit sei. Daraufhin konnte ich das Motorrad ohne weitere Formalitäten abholen. Die Amerikaner oder Holländer haben doch tatsächlich die Karre auf dem Seitenständer festgezurrt, da wird einem schon schlecht beim Hinsehen. Der eine Koffer ist etwas verkratzt (Mußte eh lackiert werden, wegen des Unfalls) und einen Spiegel konnte man mir einzeln übergeben.
Der Rücktransport erschien mir also recht unfachmännisch im Gegensatz zum Hintransport. Daher würde ich jedem eine Transportversicherung empfehlen, da für Kratzer sonst nicht gehaftet wird. Von einem ganz schadlosem Transport kann wohl nicht ausgegangen werden.
 

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