Unser nächster Haltepunkt war Natural Bridge Monument. Hier gibt es 3 Felsbrücken zu sehen, die erst 1883 von ein paar Goldgräbern entdeckt wurden. Leider heben sich die Brücken von ihrer Steinumgebung kaum ab, so daß sie aus größerer Entfernung sehr schlecht auszumachen sind. Besser ist es, wenn man sich etwas Zeit zum Wandern nimmt.

Weiter ging es quer zurück zum Valley of the gods. Die Straße wird irgendwann unbefestigt und kurvig. Dafür hat man dann einen wunderschönen Ausblick von der Hochebene auf das Valley of the gods und auf das Monument Valley. Die Schotterkurven wurden uns jedoch zum Verhängnis, wir stürzten und schon war die schöne Metalliclackierung der BMW dahin.  Ebenso stürzten die Helme in den Abgrund und mußten von uns geborgen werden. Das Motorrad blieb nur 1 Meter vor dem mehrere hundert Meter tiefen Abgrund liegen.

Danach wurde erst mal gezeltet und die Versicherung über unseren Kaskoschaden informiert. Alles kein Problem, hier ist ihre Schadennummer, gehen sie zu einem BMW Händler und lassen sie einen Kostenvoranschlag machen. Na toll, dann kann es ja erst mal weitergehen und der Schaden ist durch die Vollkasko abgedeckt.

National Bribges N.M. ( National Bridges N.M.)
Unser heutiger Trip sollte zur Rainbow Bridge gehen. Um dorthin zu gelangen, muß man von den Bootshäfen Halls Crossing, Bullfrog oder Wahweap per Boot zur Bridge fahren. Doch leider wurde daraus nichts, denn die Boote fahren gegen 8 Uhr ab und wir kamen erst gegen 10 Uhr dort an. Die Bootsfahrten beinhalten ein Mittagessen und kosten ab 40 $ aufwärts. Somit begnügen wir uns mit einem preisgünstigen Bad im Lake Powell. Eine Wohltat mitten in der Wüste ein Seebad im kühlen Wasser. Raus aus den Mopedklamotten und herrlich erfrischt.

Der derzeitige Motorradzustand ist schon etwas lästig. Bereits vor unserem Sturz waren der Drehzahlmesser und der Tacho ausgefallen, die Lenkkopfschraube fehlte immer noch und das Moped war von vorne bis hinten total verkratzt.

Noch ein Hinweis: Wer sich länger am Wasser aufhalten möchte, dem sei der Ort Page am Lake Powell empfohlen. Hier gibt es eine Reihe von Wassersportmöglichkeiten und entsprechend viele Motels. Direkt bei Page befindet sich denn auch noch der sogenannte Antelope Canyon, ein Slot-Canyon. Das besondere: Erst quetscht man sich durch eine ganz enge Felsöffnung und dann befindet man sich in einem Canyonparadies, welches seines gleichen sucht. Die Sonne gelangt nur so eben bis auf den Boden und alles wird schön rot ausgeleuchtet. Ein Eldorado für Fotofreaks und Fotoprofies. Der Sandstein hat die interressantesten Formen und Windungen wie ein Korkenzieher. Meine Meinung: Darf man nicht verpassen. Allerdings befindet sich der Canyon auf Navajoterrain und die nehmen satte 12$ Eintritt. Und der zweite Wermutstropfen, man muß früh morgens schon dorthin, da das Farbenspiel vormittags am schönsten ist.

Tip: Wer beabsichtigt von Page zum Zion N.P. zu fahren und offroadtauglich ist, der sollte von Page die Strecke durch den Cootonwood Canyon wählen. 1. Es ist sehr schön dort und 2. Man spart sich über 100mls an Fahrt. Nur bei Nässe ist der Canyon schlecht passierbar und man sollte es nicht wagen. Offroadparadies im wilden Westen, man erkennt es im Canyon an den zerschossenen Verkehrsschildern. Rainbow Bridge N.M. (Rainbow Bridge N.M.)

Allgemein Straßen dieser Gegend
Von Blanding aus ging es nun zu den Canyonlands über die 211. Hier bekommt man einen ersten Eindruck von den Canyonlands und den Needles. Die Needles sind verwitterte Felsentürme aus Sandstein, die wie Nadeln in den Himmel ragen. Des weiteren sieht man hier noch eine Menge eigentümlicher Felsformationen und Arches. Für Offroadfreaks gibt es einen Haufen toller Schotterstrecken, die man allerdings mit einer vollbepackten K1100Lt meiden sollte. Fließsand und loser Schotter sind eben nur eine Herausforderung für die Enduros. Eine Tour zu und durch den Needlesdistrict lohnt sich allemal, schöne Felsformationen und imposante Landschaftsformen sind hier zu sehen. Der Campingplatz war allerdings wieder mal nur über einen Sandweg zu erreichen, der so tief versandet war, daß es uns möglich war diesen mit der vollbepackten LT zu erreichen. Wir sind dann lieber weiter gezogen und haben uns ein Motel gesucht. Also Camping im Needlesdistrict nur mit Enduro oder starken Nerven.
Canyonlands N.P. (Canyonlands N.P.)
Bilder dazu
Ab geht es nach Moab, ein Ort der zwischen Canyonlands , Arches National Park und Dead Horse State Park liegt. Diese Lage macht es besonders interessant um ein paar Tage zu verweilen und Tagestouren zu unternehmen. Das Problem: Es ist hier ein Offroad Eldorado und ein Mountainbike- Paradies. Die Folge: Selbst außerhalb der Saison ist hier kaum ein günstiges Motel zu bekommen. Wir haben uns auf einem Koa- Campingplatz eine Holzblockhütte gemietet, das war sehr gut und dazu noch preisgünstig. Also Tip: Blockhütten sind hier eine echte Alternative. Und wer das amerikanische Frühstück nicht mehr sehen kann für den ist eventuell der örtliche Bagleladen das Richtige. Die Dinger schmecken mit Marmelade und als Sesamausführung herrlich nach frischen Brötchen.
Bild dazu
Ein Tagestrip zu den Canyonlands ist angesagt.  Zunächst bestellen wir in Las Vegas vorab die Ersatzteile für unser Motorrad. Hierbei war die Händlerliste von BMW recht hilfreich.

Die Canyonlands verschlagen einem ähnlich wie der Grand Canyon die Sprache. Ein riesiger Canyon breitet sich vor einem aus, dazu in allen erdenklichen Rottönen. Besonders attraktiv sind die Blicke von Island in the Sky , Green River Overlook und Grand View Point Overlook. Durch den ganzen Park führt eine schöne Motorradstrecke von der aus man immer wieder tolle Ausblicke erhaschen kann. Dann empfiehlt sich noch der Dead Horse Point, der in dem gleichnamigen Dead Horse Point State Park liegt. Da es sich um einen Statepark und nicht um einen Nationalpark handelt, gilt der Golden Eaglepaß hier nicht und man muß extra Eintritt zahlen. Aber: Es lohnt sich allemal. Früher wurden Pferdeherden auf diese Landzunge getrieben, bis die Pferde vor dem Abgrund standen und nicht mehr zurück konnten. Wir fahren mit unserem Ironhorse auf die Landzunge und genießen lange und ausgiebig den Blick über den Colorado in seiner tiefen Schlucht.

Bild Dead Horse State Park
Nach unserem Blockhüttenfrühstück stellen wir fest, daß wir einen amerikanischen BMW R1100 RS Fahrer als Nachbarn bekommen haben. Durch ausgiebiges Benzingerede verzögert sich unser Tagesprogramm etwas. Ziel war jedenfalls der Arches National Park.

Was soll ich sagen. Wunderschön. Zunächst beeindruckt das massenhafte Auftreten der Steinbögen und man wundert sich, das die Dinger nicht zusammenbrechen. Hin und wieder fällt auch wohl mal ein Stück aus diesen riesigen Steingebilden heraus. Hauptsächlich Winderosion läßt die Arches entstehen. Mit Motorradfahren kommt man hier allerdings nicht weit, auf Schusters Rappen muß man diesen Park erkunden. 2,5 Km Fußmarsch sind es alleine zur Delicate Arche. Alles in großer Hitze, will heißen: Bloß nicht mit Motorradstiefeln wandern und immer schön langsam gehen lassen. Wer allerdings nur auf dem Hobel sitzen bleibt, verpasst einfach viel zu viel und sollte sich etwas schämen. Erreicht man zu Fuß, die Delicate Arche so fehlt nur noch die Marlborozigarette. An der einen oder anderen Arch muß man schon bald Angst haben, einem Tiger der Ölgesellschaft Esso zu begegnen. nun ja, man kennt halt die ein oder andere Ecke schon aus der Werbung, was nicht die Schönheit der Gegend mindert.

Arches N.P. (Arches N.P.)
Bilder Arches
Nach einem guten Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Capitol Reef Nationalpark. Der relativ wenig anspruchsvolle Weg führt uns am Gobelin Valley vorbei, welches wir für eine Pause nutzen. Im Gobelin Valley stehen durch Erosion entstandene Sandsteinpilze wie Gartenzwerge herum. Die Natur hat in dieser Region doch einiges zu bieten. Diese Pilze sind gut 2-4 Meter hoch und wirken recht groß, wenn man durch ihre Ansammlung wandert.

Wieder on the road erreichen wir bald Capitol Reef. Capitol Reef ist im Prinzip der Teil einer riesigen Erdspalte mit 100 Meilen Breite. Am Eingang machen wir erst mal Halt an einem kleinen aber schönen Wasserfall und düsen dann zum Visitorcenter. Von dort erkunden wir noch ein paar Sehenswürdigkeiten wie Grand Walsh, Capitol George und Fruita Garden. Im Örtchen Terry finden wir ein günstiges supergutes Motel ( Boulder View Inn). Da standen dann auch gleich 2 Biker aus Salt Lake City davor und wienerten ihr Schmuckstück. Wir erfahren, daß es sich nicht lohnt offroad über die Notom Bollfrog Road weiter zu reisen. Wenn wir die 12 Richtung Bryce Canyon nehmen, würden wir die schönste Motorradstrecke von Utah erfahren. Nun gut, wir sind für jeden Tip dankbar. Im übrigen gibt es ein erstklassiges Restaurant in Terry, dessen Namen mir zwar entfallen ist, welches aber sehr nahe am Motel liegt. Am nächsten Tag wandern wir erst noch ein bißchen durch den Grand Walsh. Dies ist auch für den fußfaulen Biker kein Problem, da es sich um ein ausgewaschenes Flußbett handelt, welches naturgemäß sehr flach ausfällt und daher leicht zu bewandern ist. Schön ist es allemal, die Schlucht wird immer enger und die Felswände steigen steil neben einem auf. Ich schätze sie so auf 200m Höhe.

Dann geht es weiter über den Highway 12 Richtung Bryce Canyon. Die Saltlake Citybiker hatten recht, eine super Strecke durch den herbstlich leuchtenden Dixie National Forest, die anschließend kurvenreich über einen Bergrücken geht. Rechts und links geht es steil bergab und die Straße schlängelt sich. Ich kann mich gar nicht entscheiden, ob ich es jetzt mal so richtig gehen lassen soll, oder den wunderschönen Ausblick genießen soll. Der Ausblick erhält den Vorrang, was uns bald zugute kommt, denn auf der Straße stehen ein paar Rindviecher und schauen uns saublöd an. Des weiteren muß man auf die Kuhgitter in der Fahrbahn achten, sonst rummst es immer ganz fürchterlich beim Durchfahren dieser Schikanen. Tip: Highway 12 von Capitol Reef zum Bryce Canyon> Superstrecke ! Die Strecke führt uns noch durch die Escalante Region, hier gibt es noch eine Menge Scenic Byway. Für den Offroadfreak empfiehlt es sich die Zeit für einen Umweg über die Schotterstrecke Hell's Backbone zu nehmen. Von der Beschaffenheit eher einfach, vom Landschaftlichen eher bravorös. Oben auf dem Hell's Backbone führt eine schmale Brücke über spitze Felsformationen mit wiederum sehr tiefen Spalten und Schluchten. Da der Fels zum Teil rot leuchtet, könnte man meinen man würde die Hölle direkt überqueren. Für den nicht Offroadfreak fährt man besser die 12 entlang und campiert entweder am Calf Creek oder am Escalante Petrified Forest. Wie der Name schon sagt kann man hier versteinertes Holz bestaunen, was uns aber weniger beeindruckte als der schöne Campingplatz an einem See gelegen. ( Nur leider hatten wir uns schon ein Motel gebucht.) Im übrigen bringt es unheimlich Pech etwas von dem versteinerten Holz mitzunehmen, da gibt es schon einige, die das Zeug später für teures Porto aus Deutschlang zurück geschickt haben. Am Calf Creek hat man die Möglichkeit eine wunderschöne Wanderung durch ein Tal mit vielen Bieberdämmen  zu machen. Höhepunkt ist dann am Ende des Canyons ein wunderschöner Wasserfall, der sich in einen Pool ergißt. Zur Dämmerung haben wir hier eine Menge Wild gesehen und gefilmt.

Caoitol Reef N.P. (Capitol Reef N.P.) Bilder dazu Bilder Hgwy No.120
Nach der super Motorradfahrt finden wir in dem kleinen Ort Tropic ein Motel und ein gutes mexikanisches Restaurant. Da wir noch etwas Zeit übrig haben genießen wir schon mal vorab den Sonnenuntergang im Bryce Canyon vom Sunset Point aus. Der eh schon rosarot leuchtende Canyon brennt förmlich im Sunsetlicht.

Next Day wird gut beim Mexikaner gefrühstückt und auf zum Bryce Canyon. Wandern im Canyon ist mal wieder angesagt und durchaus weiter zu empfehlen. Der Bryce Canyon ist für mich bislang der schönste, den ich je gesehen habe. Die Erosion hat hier ein Kunstwerk geschaffen, welches seines Gleichen sucht(..aber nicht findet). In dem Canyon stehen tausende von riesigen Türmen und Spitzen aus Sandstein. Die meisten wirken unheimlich filigran. Beim Durchwandern und von unten betrachtet wirken sie dann wieder riesig groß. Entstanden sind diese Gebilde durch Wasser, welches nachts gefriert und von den Gesteinsmassen kleine Teile absprengt. Die Farbgebung rührt von den im Stein befindlichen Eisenelementen her und läßt die Spitzen rosarot bis weiß in der Sonne glänzen. Für diesen Canyon würde ich auf jeden Fall einen Tag Aufenthalt empfehlen, außerdem ist der Mexicaner echt gut. Die Aussichtspunkte kann man sich einfach erwandern und das Moped kann mal `ne Pause machen. Übrigens kann es hier im Oktober schon enpfindlich kalt sein, da es sich wieder um eine Hochebene handelt. Bryce Canyon N.P. ( Bryce Canyon N.P.) Bilder dazu

Unser heutiges Ziel: Zion Nationalpark. Der Weg vom Bryce Canyon führt uns durch den Red Canyon und durch ein paar imposante Steinbrücken hindurch. Am Eingang zum Zion beklettern wir erst mal einen lohnenswerten Aussichtspunkt, von dem man den Canyon überblicken kann.(Canyon Overlook). Die Straße zum Zion ist schon ein Erlebnis. Sie schlängelt sich zwischen versteinerten Sanddünen entlang durch einen Tunnel hindurch und dann in wunderschönen Serpentinen in den Zion Nationalpark. Das alles mit einem einmalig rotem Fahrbahnbelag, der in mir so richtiges Highwayfeeling aufkommen läßt. Deshalb drehen wir noch mal ein kurzes Stückchen um und fahren es nochmal. Da wir uns in der Zeit etwas verkalkuliert haben, beschließen wir nur den geteerten Fußweg in The Narrows am Ende des Zion Scenic Drive zu bewandern. Die senkrecht ansteigenden Felswände sind hier 600 bis 900 Meter hoch und wirken recht imposant. Gegen Abend checken wir auf dem Campingplatz in der Nähe des Visitocenters ein, der ebenfalls wunderschön ist. Der einzige Nachteil bestand darin , das unsere österreichischen Zeltnachbarn den Rauch ihres Lagerfeuers ausschließlich in unser Zelt absonderten. Folge: Akute Atemnot.
Zion N.P. ( Zion N.P.)
Bilder dazu
Nach dem Zion Park ging es zurück in die Zivilisation nach Las Vegas. Das Stardust kannten wir schon und somit kehrten wir dort auch wieder ein. Danch ging es erstmal zum BMW-Händler, der tatsächlich nicht nur autorisierter BMW sondern auch Harley Händler war. Unsere telefonisch vorbestellten Teile wie Sturzbügelschraube und Lenkkopfmutter waren schon am Lager. Der Kostenvoranschlag ergab einen Schaden von 2.890,00 $. Dann haben wir noch einen Film mit Beweisfotos geschossen und ihn in one hour entwickeln lassen. Unser BMW-Dealer war sehr nett, half uns bei den Verhandlungen mit der Versicherung und übernahm den Versand des Gutachtens und der Fotos für uns. Während unsrerer Moptorradreparatur hatten wir die Gelegenheit, uns mit einem Motorradpolizisten über Motorräder und ähnliches zu unterhalten. Er hatte die Schnauze voll von seiner Polizeikawasaki mit Luftkühlung. Wegen der Überhitzungsgefahr konnte er im Wüstenvegas die Karre nie laufen lassen, was zur Folge hat, daß man im Ernstfall das Ding nicht schnell genug wieder an hat und der Ganove über alle Berge ist. Dann ließen wir uns noch die Radarpistole vorführen, was uns erheblichen Respekt vor den Dingern bescherte. Ich glaube zwar nicht, das die angezeigte Geschwindigkeit genau ist, geschweige denn einer gerichtlichen Prüfung in Deutschland stand halten würde, aber das interessiert hier wohl niemanden. Was angezeigt wird, wird auch bezahlt und basta. Die Großstadt hält für uns selbstverständlich eine Coinlaundry bereit,  was unsere Klamotten auch dringend brauchen. Abends stürzen wir uns wieder in das Gamblerparadies und genießen den Trubel in Cesars Palace und anderen Casinos.
(weiter im Bericht)     Bilder dazu