Die Reisevorbereitungen.

Zunächst sei erwähnt, daß solch eine Reise einiges an Planung und Vorbereitung voraussetzt. Das beginnt mit dem Durchforsten von Reiseführern (Was wollen wir sehen?), geht über die Auswahl des Reisebüros, die Versicherung des Fahrzeuges und das Besorgen der Reiseausstattung.

Für die Vorbereitung hatten wir uns ca. ein halbes Jahr Zeit gelassen. Zunächst legten wir die Route fest, was mir anhand einer guten Straßenkarte von Goshua (Road Atlas) und einer Karte von Rand Mc.Nally (Road Atlas) sehr gut gelang. Natürlich hatten wir als Grundlage einen Nationalparkführer durchforstet um die Haltepunkte zu fixieren.

Nun hatten wir in etwa die Kilometerzahl ermittelt und stellten fest: Sechs Wochen Urlaub und 5 Wochen Reisezeit werden benötigt. 7000 Km sollten es sein.


Jetzt mußte noch der preiswürdigste Reiseanbieter gefunden werden. Auf dem Markt tummeln sich derweil eine ganze Menge davon. Edelweiß, Fly and Bike,Big Bike Tours, MHS, Inter Fracht, GS, Motours und wie sie alle heißen. Alle schickten uns bereitwillig ihre Prospekte. Vorsicht: Bei den Vergleichen unbedingt auf versteckte Zusatzkosten achten. Da wären z. B. Zurrgurte, Gebühren In/Ausland, Taxes/Steuern, Gewichtsbegrenzungen, Volumen und Größenbegrenzungen, Gewichtsklassen. Manchmal ist das wie Äpfel und Birnen vergleichen aber da muß man durch. Unsere Wahl fiel nun auf Fly + Bike in Bielefeld ( Im nachhinein eine gute Wahl).(Adressen)


Jetzt mußte noch für Fahrer und Beifahrer ein internationaler Führerschein her. Den gibt's bei der Führerscheinstelle des Kreises für damals 10 DM und 2 Fotos. Soweit also kein Problem


Da die deutschen Versicherungen in Amerika nicht gültig sind, kommt dieser Angelegenheit eine besondere Bedeutung zu.

1. Mann/Frau braucht eine Auslandskrankenversicherung, die fast jedes Versicherungsunternehmen im Programm hat. Die gesetzlichen Krankenversicherungen sind hier keine Hilfe. Glücklicherweise kostet so etwas nur ein paar Pfennige pro Tag. Also auf zu Herrn Kaiser oder wen man da so kennt.

2. Das Fahrzeug muß zumindest haftpflichtversichert sein, besser noch Vollkasko (Hat sich bei uns gelohnt). Es gibt in Deutschland entsprechende Versicherungsvermittler, die eine amerikanische Versicherungspolice vermitteln. Ein Preisvergleich lohnt sich hier allemal. In unserem Fall stellte sich heraus, daß es doch erheblich günstiger ist, mit der amerikanischen Versicherung direkt zu verhandeln und eine Police zu besorgen. Die deutschen Unterhändler schneiden sich doch ein gewaltiges Stück vom Kuchen ab. Wir erledigten das alles per Fax und Kreditkarte, wer einigermaßen Englisch beherrscht, dürfte hier keine Probleme haben. Erst aus Amerika das Antragsformular per Fax senden lassen, kurz gewissenhaft ausfüllen und mit der Kreditkartenkopie zurückfaxen. Nach ca. 1 Woche wird das Geld abgebucht und die Versicherungspolice zugesandt. Achtung: Man sollte sich allerdings darüber im klaren sein, daß im Schadensfall alles über Amerika abgewickelt werden muß. (Nun mal bloß nicht verzweifeln, bei uns hat das besser geklappt als mit so mancher deutschen Versicherung, die Ami's sind da sehr nett.)(Adressen)


An das Motorrad sind natürlich auch besondere Anforderungen zu stellen.

Bitte macht Euch klar, daß man 'ne Menge Kilometer oder besser Miles schluckt. Das bedeutet: Bei den meisten Modellen überschreitet die Wegstrecke fast alle Wartungsintervalle. Die Wüstenfahrerei bedeutet zusätzlich erhöhten Reifenverschleiß. Grundsätzlich gilt: Alle Flüssigkeiten vor der Reise erneuern, ggf. Kettensatz neu und immer neue Reifen besorgen. Eventuell demnächst fällige Inspektionen vorziehen.

Ein Motorrad ist kein LKW. Auch wir hatten 'ne Menge Zeug mit, was wir besser nicht mit genommen hätten. Nicht das Fahrzeug total überladen und alles anständig verzurren. In Amerika gibt's 'ne Menge Coin Laundrys, bei denen man sein Zeug waschen kann. Goretexausrüstungen sind leichter und passen sich den enormen Klimaunterschieden (Wüste bis Schnee) besser an. Spätestens wenn Euch die Kiste ewig umfällt und Ihr sie nicht wieder hoch bekommt, solltet Ihr Euch Gedanken machen, was Ihr denn wirklich benötigt. Es ist jedenfalls möglich, mit 2 Personen und einem Motorrad 5 Wochen durch die USA zu touren, ohne auf wesentliches verzichten zu müssen. Ach so: Laßt Euch noch Platz für Einkäufe, die Outletstores machen süchtig! ( Outletstore = Fabrikverkauf )

Zugegeben, unsere Wahl fiel auf eine BMW K1100 LT. Da geht schon 'ne Masse drauf, aber nicht jeder fährt mit Sozius. Eine gewisse Größe sollte das Moped allerdings nicht unterschreiten, da die Entfernungen schon gigantisch sind und diese sich mit einer Minimaschine doch echt gummimäßig ziehen. Geschwindigkeit spielt eher eine untergeordnete Rolle, die Highwaypatrol schießt scharf aus der Hüfte. (Radarpistole)

Rechtzeitig vor Reisebeginn sollte man sich noch die Servicestationen der jeweiligen Motorradmarke in den USA besorgen. BMW schickte mir e-mailwendend ein Adressverzeichnis aller BMW-Händler. (Habe es leider auch gebraucht). (Adressen)

Noch was zum Moped: Das Ding muß blitzblank sein beim Einchecken, sogar das Profil der Reifen. Grund: Die Ami's haben Angst, daß Ihr den Motorradwahnsinn oder ähnliche ansteckende Krankheiten oder aber auch ein Samenkorn einer europäischen Pflanze einschleppt. Ist die Karre versifft, bekommt Ihr sie in den USA nicht wieder ausgelöst und sie geht postwendend zurück nach good old Germany.